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Kampf mit den Dämonen

Bin heute früh wieder mit Angst aufgewacht.
Schlimmer als all die Tage davor. Wollte nicht aufstehen. Wollte mich verkriechen.
Dann fing wieder das Denken an. Wieder dieses, was bilde ich mir ein, jetzt Autor werden zu wollen.
Ich lese oft Thriller, von anderen Autoren, auch ganz neue, die noch ihren Weg finden müssen. Aber da beschleicht mich das Gefühl, die sind alle besser.
Dann höre ich mir wieder im Auto auf dem Weg zu meinem Brot Job einzelne Teile von anderen Autoren an. Bin dann wieder geflasht und denke, da kommst du nie hin.
Und dann ganz plötzlich gehen meine Gedanken zu meinem eigenen Buch.
Sätze bilden sich.
Tolle Sätze, tolle Dialoge, tolle Beschreibungen.
Figuren entwickeln sich.
Dann wieder die Ernüchterung.
Ich schaffe es nie, dass so aufzuschreiben, wie ich es im Kopf hatte. Nicht mal wenn ich sofort meine Diktierfunktion einschalte. Dann ist da die Hemmung, in dem Moment, wo ich anfange, das laut auszusprechen.
Meine Stimme.
Für mich so fremd.
Wenn ich sage, was ich denke, fange ich an mich zu verhaspeln, als wenn ich gerade eine Rede vor vielen Menschen halten soll. Hört sich dann auch überhaupt nicht mehr so toll an, wie es gerade noch in meinem Kopf war.
Pause. Ganz kurz.
Kein Gedanke. Ganz kurz.
Dann geht meine Geschichte im Kopf weiter, als wenn nichts geschehen ist. Hört sich wieder richtig gut an. Ja, man ich habe es drauf.
Dann parke ich ein. Beim Aussteigen formen sich erst einzelne Worte.
Dann steht der Satz da. Strahlt mich an.
Ich werde Bestseller Autor.
Einfach so wie eine Übersprungshandlung.
Wir reden hier gerade nicht von mehreren Stunden in dem sich diese Gedanken ablösen, wir reden von einer Stunde. Von einer Autofahrt.
Dann schlägt etwas in mir ein.
Der Alltag. Und wenn der Alltag könnte, würde er sagen:
“Alter bekomm dich mal wieder ein. Du fantasierst.”

Published inMein erstes Buch

Ein Kommentar

  1. Lach. Ganz herrlich und so echt. Mach weiter! Ich wills lesen!

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Roy Jacoby - Autor -